/ Die Selbstoffenbarungsseite der Nachricht

Merke:
Jede Nachricht enthält immer eine Selbstoffenbarung

Diese kann mehr oder weniger bewusst, reichhaltig, tiefgreifend oder getarnt sein.

Dieser Aspekt wurde von Friedemann Schulz von Thun veröffentlicht (1981).

 

Die verschiedenen Techniken

I. Fassadentechniken

- Die Fassadentechniken sind ein automatisches Sicherheitssystem, wodurch der Sender seine Selbstoffenbarungsangst nicht mehr spürt. 

- Es beinhaltet alle Techniken, die negativ empfundene Anteile der eigenen Persönlichkeit verbergen oder tarnen sollen.

- Die konsequenteste Form der Angstabwehrfassade ist das Schweigen (Bsp.: Schüler vermeiden es oft Fragen zu stellen, weil sie glauben, dass der Lehrer sie danach für dumm halten würde.)

-> Somit gilt, dass diese Technik angewendet wird um alles zu verbergen, was der Sender an sich selbst unansehnlich findet und das Selbstwertgefühl bedroht

 

II. In steriler Art

- Bei dieser Technik wird sachlich und unpersönlich, abgehoben und abstrakt gesprochen.

- Es ist zudem eine eingeschränkte Mimik und Gestik des Senders zu erkennen.

-> Der Sender fühlt hierdurch Sicherheit und Reibungslosigkeit (Bsp.: In der Arbeitswelt ist es die Norm, dass alles Persönliche und sogar auch Gefühle außen vor gelassen werden)

 

III. Man-Sätze

- Oft verwendet der Sender die Man-Form, um den Inhalt zu entpersönlichen (Bsp.: Aus "Ich bin wütend, weil..." wird "Man wird wütend, wenn...")

-> Diese Man-Form verändert das persönliche zu einem Fall der allgemeinen Gesetzmäßigkeiten (Das Man teilt etwas über die gesamte Menschheit mit und nicht über das eigene Empfinden)

 

IV. Wir

- Wenn der Sender das "Ich" vermeiden will, verwendet er oft die Wir-Form

- Das gestattet ihm, sich persönlich nicht zu exponieren